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Spielstadtgedanke
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Der Kinderspielstadtgedanke

Alle zwei Jahre entsteht in den Sommerferien rund um die Mühlrainhalle in Weinsberg eine farbenfrohe Zelt- und Budenstadt. Jedes Zelt repräsentiert eine Einrichtung des öffentlichen Lebens, wie es sie auch sonst in einem Gemeinwesen gibt. Bereits im Februar haben sich 260 Kinder angemeldet und stehen nun allmorgendlich beim Arbeitsamt der Kinderstadt an, um einen guten Job zu ergattern. Danach arbeiten sie den Tag über in einem der 50 Betriebe. Es gibt beispielsweise eine Gärtnerei, ein Autohaus oder einen Juwelier. Für die Arbeit werden die Bürger natürlich bezahlt, was die Einrichtung einer Bank und einer eigenen Währung, dem "Gnurpsel", notwendig macht. Damit beginnt der innerstädtische Handel zu florieren.

Aber nicht nur das produzierende Gewerbe ist vertreten, sondern auch Dienstleistungen wie Post, Werbeagentur oder Krankenhaus werden angeboten. Es gibt ein Finanzamt, damit die Verwaltung bezahlt werden kann, ein Café und eine Bäckerei für die Verpflegung, eine Universität für Kultur und Bildung, ein Fremdenverkehrsbüro, einen Elterngarten und vieles mehr. Insgesamt sind es rund 50 Einrichtungen des öffentlichen Lebens, denen sich die Kinder zuordnen können.

Jeden Abend wird zum Abschluss eine Bürgerversammlung abgehalten. Vor den Aufführungen der Künstleragentur verkündet dort der gewählte Bürgermeister mit seinem Gemeinderat die (mehr oder weniger populären) Beschlüsse des Tages. Dieses in sich geschlossene System ermöglicht es den Kindern, nicht nur eine bestimmte Rolle zu spielen, sondern sie füllen diese mit all ihrer Persönlichkeit aus. Sie erproben in unzähligen Situationen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und wie sie sich damit in eine Gemeinschaft einfügen können. Gnurpsel-City lebt von der Kommunikation untereinander, von den vielen kleinen Entscheidungen, die getroffen werden müssen und von dem Engagement des Einzelnen, sich für seine Wünsche einzusetzen. Die Kinderstadt wird so zu einem optimalen Lernfeld für die soziale Kompetenz von Kindern. Sie fördert nachhaltig die Fähigkeit und die Bereitschaft der Kinder zur Beteiligung. Hinter Gnurpsel-City steckt ein ausgeklügeltes und vernetztes System. In der Vorbereitung der Kinderstadt werden die Bereiche Wirtschaft, Politik und Freizeit als Rahmenbedingungen detailliert geplant. Was die Bürger daraus machen, ist ihre Angelegenheit. Deshalb entwickelt sich jede Kinderstadt anders. Sie wächst mit den Ideen ihrer Bürger und die Bürger wachsen mit ihr.

Neben allen pädagogischen Ansprüchen , denen eine Kinderstadt Rechnung tragen soll, ist aber vor allem eines wichtig: der Spaßfaktor! Den Kindern (und den Betreuern!) darf bei allen Anstrengungen des Alltags nie die Muße zum Durchatmen und zur Gestaltung der freien Zeit abhanden kommen. Ein reichhaltiges Freizeit- und Kulturprogramm belebt deshalb Gnurpsel-City. Besonderer Wert wird dabei auf Angebote gelegt, die nicht konsumorientiert sind, sondern die eine eigene Spielenergie entwickeln und damit kreative Prozesse fördern. Kinder und Betreuer lassen sich in diesen zwei Wochen gemeinsam auf ein Abenteuer ein. Ein Abenteuer, das sich Leben nennt!


Stand: 18.11.2015